Das Schweigen der Medikamente

Es beginnt schleichend und leise: Eine Tablette gegen die bleierne Erschöpfung, damit die Schicht gelingt. Ein Beruhigungsmittel, um nach Notfällen, Schichtdienst und Dauerstress überhaupt noch Schlaf zu finden. Für viele Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Rettungssanitäter und Polizeibeamte wird die chemische Stütze zur vermeintlich einzigen Rettung. Doch Medikamente nehmen nicht nur die Spitzen des Schmerzes – sie hüllen die eigene Not in ein tiefes, isolierendes Schweigen.

Wenn die Stille bis nach Hause reicht

Was im hektischen Dienstalltag aus purer Überlastung und Notwendigkeit seinen Anfang nimmt, bleibt selten im Stationszimmer oder auf der Wache. Das Schweigen setzt sich im Feierabend fort: Es begleitet Sie bis an den Esstisch, in die Partnerschaft und mitten in das private Leben. Nach außen hin halten Sie das System weiter am Laufen und funktionieren tadellos, während innerlich die Distanz zu sich selbst und zu Ihren Liebsten Tag für Tag größer wird.

Die stumme Angst vor dem Kontrollverlust

Mit jedem weiteren Tag im Hamsterrad wachsen die unausgesprochenen Sorgen: Was passiert, wenn Kolleginnen oder Kollegen etwas bemerken? Droht der Verlust der Approbation, der Diensttauglichkeit oder des mühsam aufgebauten Ansehens? Aus Scham und der Furcht vor Stigmatisierung wird die Mauer des Schweigens immer dicker. Wer täglich andere rettet, findet oft keine Worte für die eigene Hilflosigkeit.

Ein geschützter Raum ohne Vorurteile

Aus meiner langjährigen forensisch-psychiatrischen Praxis weiß ich, wie hoch der Druck auf helfende Berufsgruppen ist. Unter dem Leitgedanken „Veritatem in caritate“ (Die Wahrheit in Liebe) biete ich Ihnen in Stendal einen absolut geschützten, diskreten Raum. Hier dürfen Sie die Maske ablegen, ehrlich Bilanz ziehen und ohne Angst vor beruflichen Konsequenzen Wege finden, das Schweigen behutsam zu durchbrechen.